Burgruine Festenstein

Als Wahrzeichen Andrians kann wohl die Burgruine Festenstein bezeichnet werden. Sie thront hoch über Andrian auf einem schwindelerregenden Felssporn der Gaiderschlucht und ist nur auf einem abschüssigen und steilen Bergsteig zugänglich. Sicher lag es in der Absicht der Erbauer, so für die Waffen der Feinde unerreichbar zu sein. Gleichzeitig bot die spektakuläre Lage der Burg einen weitreichenden Rundumblick auf das untere Etschtal. Festenstein wurde Mitte des 13. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. Es wird angenommen, dass die Burg damals errichtet oder doch bedeutend ausgebaut wurde.

In jedem Fall stand die Burg unter der Herrschaft der Grafen von Eppan, die sie wahrscheinlich einem ihrer Vasallen zur Verwaltung überließen. Die Verwaltung einer solchen Burg war eintönig und umfasste das Einheben der Abgaben von den zinspflichtigen Bauernhöfen, die ständige Sorge um die Versorgung der Burg mit Wasser, Lebensmittel und Brennholz, Ausbesserungsarbeiten und endloses Wache schieben. All dies war bei der nur schwer erreichbaren Lage der Burg eine echte Plage. Irgendwann zwischen dem 13. und dem 14. Jahrhundert wurde die Burg möglicherweise in Kämpfe verwickelt und beschädigt, denn 1383 kam die Burg an die Herren von Villanders, mit der Auflage, die öde daliegende Anlage wieder in Stand zu setzen. Dies zeigt, dass die Burganlage am Ende des 14. Jahrhunderts durchaus noch ihre Funktion zu erfüllen hatte. In der Zeit danach wechselte die Burg mehrfach den Besitzer. Im 15. Jahrhundert war sie in Besitz der ritteradeligen Sparrenberger, dann von 1654 bis 1818 der Herren Lanser von Eppan. 2008 erwarb Graf Meinhard Khuen–Belasi die Burgruine und veranlasste in Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Denkmalamt verschiedene Restaurierungsmaßnahmen zur Sicherung des Mauerbestandes, um die Burg vor einen weiteren Verfall zu schützen.

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